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Nachrichten des „Schulvereins“ aus Nord-Ostpreußen Nr. 1/2022

Weihnachtsrundschreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

das abgelaufene Jahr war vielleicht das Schwierigste in unserer jetzt 30jährigen Vereinsgeschichte. Der russisch-amerikanische Stellvertreterkrieg, der seit Februar auf dem Boden der Ukraine tobt, wirft seinen unheilvollen Schatten auch auf unsere kleine „Deutsche Schule“ im geliebten Ostpreußen. Durch den gegenseitigen deutsch-russischen Visa-Boykott können Mitarbeiter unseres Vereins derzeit unsere Schule nicht besuchen und unsere rußlanddeutschen Freunde und „Schützlinge“ können nicht zu uns in das ferne Vaterland reisen. In diesen Tagen bewährt sich die lange kameradschaftliche Zusammenarbeit zwischen unserer Schulleiterin Frau Mantei und dem Vereinsvorstand; denn die gesamte Schularbeit läuft in bewährter Form und Qualität wie am Schnürchen weiter.

Krieg ist immer schrecklich und kennt nur Verheerungen, Tod und Verwundungen auf beiden Seiten. Deshalb ist unser größter Weihnachtswunsch, daß wieder Friede in Europa einkehren möge. „Unsere“ unglückselige Regierung befeuert diesen Krieg mit Waffen- und Munitionslieferungen. Ich bitte Sie von Herzen: Unterstützen Sie dagegen bitte mit einer großzügigen Spende unser deutsch-russisches Friedens- und Versöhnungswerk in Ostpreußen!

Gesang, Spiel und Tanz ergänzen den Deutschunterricht.
Gesang, Spiel und Tanz ergänzen den Deutschunterricht.

Lassen wir nun unsere Schulleiterin Frau Rita Mantei zu Wort kommen:

„Liebe Freunde, wieder ist ein Jahr vergangen und wieder einmal sind wir dabei, eine schöne Weihnachts- und Jahreswechselfeier in unserer „Deutschen Schule“ vorzubereiten.

In der Schule summt es wie in einem Bienenschwarm. Und genauso fleißig sind all unsere kleinen und großen Bienchen beim Kochen und Backen, Tanzen und Singen, Malen und Basteln. Alle helfen mit, damit wir ein schönes Fest feiern können. Natürlich wird dabei auch weiterhin fleißig Deutsch gelernt.

In der Gruppe der Jugendlichen habe ich schon viele Schüler und Schülerinnen unterrichtet. In dieser Altersklasse haben die Kinder schon gute Grundlagen. Sie kennen viele deutsche Wörter und können kleinere Dialoge gut erarbeiten. Hier geht es jetzt darum, die Sprache auch regelmäßig ohne allzugroße Anstrengungen zu gebrauchen. Die jungen Leute haben alle gemeinsam, daß sie zwar den Deutschunterricht gut verstehen, aber Probleme haben, Deutsch auch zu sprechen. Um dem entgegenzuwirken, sprechen wir viele Passagen gemeinsam, schauen uns Kinder- und Jugendfilme auf Deutsch an usw. So lernen sie den Klang der deutschen Sprache besser kennen. Bei Filmen haben die Jugendlichen vielfach das Problem, daß dort zu schnell gesprochen wird, langsame Sequenzen sind für alle Schüler viel besser zu verstehen.

„Üben, üben, üben“ heißt die Losung, wenn die Aufführungen in deutscher Sprache klappen sollen.

Für die Gruppe der kleineren Kinder haben wir von der Geschäftsstelle des „Schulvereins“ viele wunderschön illustrierte Kinderbücher in Klassensätzen geschickt bekommen. Dies wertet unsere Bibliothek enorm auf. Die Kinder lieben diese Bücher und können es gar nicht erwarten, die Geschichten zu den schönen Bildern zu erfahren. So macht ihnen das Lernen großen Spaß.

Auch für die Erwachsenen biete ich weiterhin Deutschunterricht an. Hier lege ich besonders viel Wert auf Grammatik und Rechtschreibung. Das ist nicht leicht, und ich habe festgestellt, daß es auch bei den Erwachsenen gut ist, nicht länger als eine Schulstunde täglich zu unterrichten, da es sonst zu anstrengend wird. Stattdessen gibt es nach dem Deutschunterricht für alle Schüler lieber noch Angebote in Handarbeiten, es wird gekocht, gesungen und getanzt.

Im Bastel- und Malunterricht wird fleißig für Weihnachten gewerkelt.

Bei unseren Aufführungen gibt es vor allem deutsche Volkstänze, aber auch Kindertänze und russische Folklore führen wir erfolgreich auf. Ich darf Ihnen, liebe Freunde, wie alle Jahre wieder herzlich danken, daß Sie uns hier in Trakehnen ermöglichen, so glücklich zusammen zu lernen! Für die Weihnachtstage wünschen meine Kollegen und ich Ihnen viel Freude im Kreise Ihrer Familie und Kraft und vor allem Gesundheit für das nächste Jahr.“

Generalprobe
Generalprobe. Aus dem Unterricht für Gesang und Tanz

Dies sind wieder einmal schöne Nachrichten aus Trakehnen. Unsere „Deutsche Schule Trakehnen“ besteht jetzt seit 30 Jahren! Und seit 30 Jahren wird dort die deutsche Sprache gelehrt, die deutsche Kultur und Tradition gelebt und aufrecht erhalten. Kommen Sie nach Trakehnen, so können Sie ziemlich sicher sein, daß jedermann, den Sie dort ansprechen, egal ob Kind oder Erwachsener, sie versteht und Ihnen zumindest in gebrochenem Deutsch antworten kann. Unsere Schüler lernen gerne. Die „Deutsche Schule“ ist für sie ein zweites Zuhause geworden. Und Frau Mantei denkt noch lange nicht ans Aufhören!

Eltern, Großeltern, Geschwister, das halbe Dorf Trakehnen ist auf den Beinen zu den Aufführungen unserer „Deutschen Schule“.

Schon lange Zeit hatte sie Schmerzen im Knie und mußte dieses Jahr operiert werden. Aber Frau Mantei hat, wie sollte es auch anders sein, bis zum Ende des Schuljahres unter Schmerzen unterrichtet und die Operation mit der anschließenden Reha genau in die großen Sommerferien gelegt. Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres stand sie dann wieder – ohne Schmerzen! – im Klassenzimmer. Es gibt Menschen, die in ihrer Arbeit aufgehen. Frau Mantei ist so ein besonderer Mensch. Sie liebt ihre Schüler und Schülerinnen und diese lieben sie. Danke, liebe Frau Mantei für diesen unermüdlichen Einsatz, und vielen Dank auch an das Lehrerkollegium in Trakehnen, das Frau Mantei immer tatkräftig unterstützt!

Es ist uns gelungen, unsere „Deutsche Schule Trakehnen“ nun schon über 30 Jahre lang zu betreiben! Ein Ende ist glücklicherweise nicht abzusehen. Das alles verdanken wir vor allem auch Ihnen, liebe Freunde und Förderer. Ohne Sie wäre die Arbeit von Frau Mantei und ihren Kollegen nicht möglich. Sie alle sind der Motor, der unsere Schule am Leben hält, indem Sie uns jedes Jahr wieder – jeder so viel wie er gerade entbehren kann – Ihre Spenden zukommen lassen. Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer „Weihnachtsspende“ auch dieses Mal, damit wir unsere Arbeit in Trakehnen noch lange fortsetzen und ausbauen können. Helfen Sie mit, unsere „Deutsche Schule Trakehnen“ dauerhaft zu stärken. Dafür danke ich Ihnen bereits im Voraus ganz herzlich!

In der Weihnachtsbäckerei
In der Weihnachtsbäckerei
Koch- und Backunterricht
Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt. Koch- und Backunterricht

Ich und mit mir alle Mitarbeiter unseres „Schulvereins“ schließen uns den Worten von Frau Mantei an und wünschen Ihnen eine friedliche und besinnliche Vorweihnachtszeit und ein schönes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben!

Ihr Nils Klatt
Nils Klatt, 1. Vorsitzender des „Schulvereins“

Den „Schulverein“ im Testament bedenken

Seit 1992 ist unser „Schulverein“ nun schon im nördlichen Ostpreußen tätig und hat dabei geholfen, unseren rußlanddeutschen Landsleuten eine neue Heimat und unserem geliebten Ostpreußen ein Stück seines deutschen Gesichtes zurückzugeben.

Viele treue Mitarbeiter und Unterstützer haben in dieser langen Zeit unsere irdische Welt verlassen. Erfahren haben wir davon meist nur dadurch, daß unsere Rundschreiben mit dem kalten postalischen Vermerk „Empfänger verstorben“ an uns zurückkamen. Viele waren darunter, deren Herz wirklich stark für unsere kleine deutsche Schule im fernen Ostpreußen schlug. Doch vergeblich warteten wir auf ein letztes Zeichen dieser guten Freunde. Oft haben wir uns gefragt, wie es sein kann, daß Menschen unsere Arbeit viele Jahre lang treu mit Spenden unterstützt haben und uns dann bei einer testamentarischen Verfügung völlig vergessen haben? Die Antwort darauf ist eine Frage: Wer denkt schon gerne an den eigenen Tod? Deshalb verfassen die meisten Menschen gar kein Testament. Und da der Tod so gnädig ist, daß er meist überraschend kommt, bleibt der tatsächliche letzte Wille unerfüllt, wenn man ihn nicht rechtzeitig für die Nachwelt aufschreibt.

Ohne öffentliche Mittel ist unser „Schulverein“ allein auf die tätige Hilfe und auf Spenden deutscher Patrioten angewiesen. Deshalb richte ich die herzliche Bitte an Sie: Helfen Sie unserer Arbeit durch eine testamentarische Verfügung.

Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung:
per E-Mail: Info@SchulvereinOstpreussen.de
telefonisch: 04384/909

Nils Klatt, 1. Vorsitzender
„Schulverein zur Förderung der Rußlanddeutschen in Ostpreußen e. V.“

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