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Nachrichten des „Schulvereins“ aus Nord-Ostpreußen Nr. 1/2024

Liebe Mitglieder und Freunde unseres Schulvereins,

ein Licht in dunkler Zeit, so könnte man unsere „Deutsche Schule Trakehnen“ beschreiben. Denn trotz Not und Krieg und einem durch Politik und Medien aufgehetzten politischen Klima arbeiten wir, der Vorstand des „Schulvereins“ hier in der Bundesrepublik Deutschland und Schulleiterin Rita Mantei und ihre Kollegen im nördlichen Ostpreußen, unermüdlich an unserem großen Ziel weiter: Der deutsch-russischen Freundschaft, der Völkerverständigung und der Bewahrung des deutschen Gesichtes von Ostpreußen. Lesen Sie nun Auszüge aus dem Bericht von Schulleiterin Rita Mantei über das Lehrerkollegium und die Vorbereitungen zum Weihnachtsfest:

Das Warten auf den großen Auftritt
Das Warten auf den großen Auftritt

Die politische Situation hat Spuren hinterlassen. Ein Teil der Lehrkräfte hat starke Zukunftsängste und ist aus Trakehnen fortgezogen. Wir als kleine Schule können nicht ein Gehalt zur Versorgung einer ganzen Familie zahlen. Die Tätigkeit bei uns ist keine Vollzeitstelle. Somit kann das Gehalt nur als Ergänzung zum Lebensunterhalt beitragen. Trotzdem gelingt es uns immer wieder, neue Kollegen für die weitere Arbeit zu gewinnen: Basteln und Malen hat vor einigen Monaten wieder Olga Komlatsch übernommen. Olga hat vor einigen Jahren schon einmal an unserer Schule unterrichtet, mußte dann aber aus Trakehnen wegziehen, um mehr Geld zu verdienen. Nun ist sie Rentnerin und wieder zurückgekehrt. Die Tanzklasse unterrichtet Marina Kolesnikowa, eine engagierte und begeisterte junge Frau, die gut mit den Kindern klarkommt. Natalia Buturskaja gibt Kochkurse an der Schule und backt mit den Kindern Kuchen und Plätzchen. Dann gibt es noch Nadehda Rempel, die uns hilft, die Schule sauber zu halten. Ich gebe auch weiterhin Deutschunterricht in verschiedenen Klassenstufen.

Marina KolesnikovaNatalia ButurskajaOlga KomlatschNadeshda Rempel
Das Schulkollegium der „Deutschen Schule“ (v. l. n. r.): Marina Kolesnikova, Natalia Buturskaja, Olga Komlatsch und Nadeshda Rempel

Einige Kinder, die unsere Schule seit Jahren besuchen, sind inzwischen teilweise erwachsen geworden und haben unser Dorf verlassen, um ihre Ausbildung in den Städten zu machen. So ist es ein Kommen und Gehen. Aber jeder, der länger an unserem Unterricht teilgenommen hat, ist ein Freund Deutschlands und der deutschen Kultur und Sprache geworden.

In diesem Jahr üben wir für das Weihnachtsfest Gedichte ein und bereiten ein Christgeburtsspiel vor. Die Kinder proben mit Inbrunst die verschiedenen Rollen ein und sind jetzt schon sehr aufgeregt. Im Theater können sie eine andere Seite von sich zeigen und fühlen sich vielseitiger. Somit bauen wir unsere musischen Unterrichte rund um die Theaterstücke. Dort wird alles verflochten, und so bekommen wir die Regelmäßigkeit der Besuche, die nötig ist. Für die Aufführungen bereiten die Kinder gerne alles vor. Sie lernen ihre Texte auswendig, nähen die Kostüme und basteln das Bühnenbild und die Requisiten, sie dekorieren den Raum feierlich. So wird in der Schule gesungen, gebacken, geputzt, getanzt und dabei ganz viel gelacht. Hinzu kommt dann noch der normale Deutschunterricht.

Gemeinsames Singen
Gemeinsames Singen (li. Rita Mantei)
Mädchen in Dirndln
Wer darf die schönen Dirndl tragen?

Nach getaner Arbeit setzen wir uns mit allen großen und kleinen Helfern gemütlich zusammen, zünden uns Kerzen an und unterhalten uns, lesen Geschichten vor, singen zusammen und essen einen Teil der selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen.

Außer der Kostüme und der Kulissen für das Weihnachtsstück basteln die Kinder natürlich auch den Weihnachtsschmuck für die Schule. An den modernen isolierten Fenstern kann man keine schönen Frostmuster sehen. Deshalb schmücken wir unsere Fenster selber. Besonders schön sind Schneeflockenmuster aus Papier, die wir mit Freude ausgeschnitten haben.

Zum Nikolausfest haben die Kinder einen selbst genähten Stiefel mit Leckereien bekommen. Wir sprachen darüber, wer Sankt Nikolaus war und welche Traditionen mit diesem Tag verbunden sind. Dabei sind wir auf das Thema Dankbarkeit gekommen. „Danke für das Geschenk!“ Wir ließen die Schüler und Schülerinnen erarbeiten, was es heißt, dankbar zu sein. Wir ermunterten die Kinder, sich jeden Tag zu überlegen, wofür sie dankbar sein können. Wer in sich aufnimmt, was ihm Gutes widerfährt und wieviel Glück er hat, hat in sich keinen Platz für Neid, Mißgunst und Haß. Wir versuchen alles Schlechte, alle unschönen Gefühle, Ängste, Zorn usw. außerhalb der Schule zu lassen. Unsere Schule soll ein Ort des Friedens sein. Zu uns darf jeder kommen und wird herzlich in unserer Mitte aufgenommen! –

Deutschunterricht bei Rita Mantei
Deutschunterricht bei Rita Mantei

Das Leben läuft zur Zeit nicht ganz so, wie wir es gerne hätten. Wir hoffen im nächsten Jahr auf einige angenehme Überraschungen, mit denen sich das Leben in Trakehnen zum Besseren verändern könnte. Ich glaube daran, daß alles gut wird, wir müssen nur durchhalten. Alle Schwierigkeiten sind vorübergehend. Wir in der „Deutschen Schule Trakehnen“ sind positiv gestimmt und glauben nicht, daß wir falsch liegen.

Dies sind nur kleine Auszüge des Berichtes von Frau Mantei. Aber Sie merken: Wir lassen nicht nach. Die „Deutsche Schule“ ist aus dem Alltagsleben in Trakehnen nicht wegzudenken. Die Bedingungen in unserer Schule sind schwierig. Politisch herrscht noch immer ein rauhes Klima, auch die Corona-Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Und trotzdem machen wir weiter und setzen damit unermüdlich ein Zeichen der deutsch-russischen Völkerverständigung. Unser Verein unterstützt die Menschen in Trakehnen seit 32 Jahren. Wir haben Beständigkeit bewiesen, und unsere Arbeit im nördlichen Ostpreußen wird weitergehen!

Die Kinder basteln begeistert Dekorationen, Kostüme und das Bühnenbild für die Weihnachtsaufführung in der „Deutschen Schule“

Dazu brauchen wir dringend Ihre Unterstützung. Ihre Spende an unseren „Schulverein“ kommt dort an, wo sie wirklich gebraucht wird – in Trakehnen – in der „Deutschen Schule“. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende, damit die „Deutsche Schule Trakehnen“ weiterhin als Licht der Freundschaft in dunkler Zeit umso heller strahlen kann! Dafür danke ich Ihnen schon vorab von ganzem Herzen!

Ich, und mit mir alle Mitarbeiter unseres „Schulvereins“ wünschen Ihnen eine friedliche und besinnliche Vorweihnachtszeit und ein schönes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben!

Ihr Nils Klatt
Nils Klatt, 1. Vorsitzender des „Schulvereins“

Den „Schulverein“ im Testament bedenken

Seit 1992 ist unser „Schulverein“ nun schon im nördlichen Ostpreußen tätig und hat dabei geholfen, unseren rußlanddeutschen Landsleuten eine neue Heimat und unserem geliebten Ostpreußen ein Stück seines deutschen Gesichtes zurückzugeben.

Viele treue Mitarbeiter und Unterstützer haben in dieser langen Zeit unsere irdische Welt verlassen. Erfahren haben wir davon meist nur dadurch, daß unsere Rundschreiben mit dem kalten postalischen Vermerk „Empfänger verstorben“ an uns zurückkamen. Viele waren darunter, deren Herz wirklich stark für unsere kleine deutsche Schule im fernen Ostpreußen schlug. Doch vergeblich warteten wir auf ein letztes Zeichen dieser guten Freunde. Oft haben wir uns gefragt, wie es sein kann, daß Menschen unsere Arbeit viele Jahre lang treu mit Spenden unterstützt haben und uns dann bei einer testamentarischen Verfügung völlig vergessen haben? Die Antwort darauf ist eine Frage: Wer denkt schon gerne an den eigenen Tod? Deshalb verfassen die meisten Menschen gar kein Testament. Und da der Tod so gnädig ist, daß er meist überraschend kommt, bleibt der tatsächliche letzte Wille unerfüllt, wenn man ihn nicht rechtzeitig für die Nachwelt aufschreibt.

Ohne öffentliche Mittel ist unser „Schulverein“ allein auf die tätige Hilfe und auf Spenden deutscher Patrioten angewiesen. Deshalb richte ich die herzliche Bitte an Sie: Helfen Sie unserer Arbeit durch eine testamentarische Verfügung.

Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung:
per E-Mail: Info@SchulvereinOstpreussen.de
telefonisch: 04384/909

Nils Klatt, 1. Vorsitzender
„Schulverein zur Förderung der Rußlanddeutschen in Ostpreußen e. V.“

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